Zwei Jahre mit Europas erstem We Impact Siegel: HiPP Croatia im Interview

Die We Impact Zertifikatsnummer 1 hängt in Glina, Kroatien. Dort produziert HiPP Croatia seit 2001 als Teil der HiPP-Gruppe Getreide- und Milchbreie in Bio-Qualität: rund 180 Beschäftigte, 51 Rezepturen, Export in über 50 Länder. Als erstes Unternehmen in Europa hat sich der Standort nach We Impact zertifizieren lassen, geprüft im Vor-Ort-Audit mit EMAS-Validierung auf Stufe 2, der Aufbaustufe für Organisationen mit EMAS-Vorerfahrung. Für unsere neue Case Study hat Sustainability Managerin Ladislava Klasić-Stanković Bilanz gezogen.

Dabei hätte HiPP das Thema eigentlich abhaken können. Biolandbau seit Jahrzehnten, EMAS-Zertifizierung, gelebte gesellschaftliche Verantwortung. Warum also noch ein System? „Wir hatten Nachhaltigkeit – aber wir suchten ein Rahmenwerk, das über Erklärungen hinausgeht und uns aktiv herausfordert.“

Vom Abteilungsthema zur geteilten Verantwortung

Zwei Jahre später beschreibt Klasić-Stanković den wichtigsten Effekt so: „Die größte Veränderung lag in unserer Denkweise.“ Nachhaltigkeit ist bei HiPP Croatia vom Thema einer einzelnen Abteilung zu einer geteilten Verantwortung im gesamten Unternehmen geworden. Mitarbeitende verknüpfen ihre tägliche Arbeit von sich aus mit Nachhaltigkeitszielen, von der Beschaffung über die Produktion bis zur Kommunikation. Intern sind Prioritäten klarer und Diskussionen strukturierter geworden. Nach außen fällt es leichter zu erklären, was das Unternehmen tut, warum es das tut und wie es Wirkung misst.

Der Weg dorthin war nicht durchgehend leicht. Risikoanalyse, Stakeholder-Mapping, die Verknüpfung verschiedener Perspektiven: Diese Grundelemente brachten das Team mehrfach an Grenzen. Wo genau die schwierigste Stelle lag und was HiPP Croatia heute anders machen würde, lesen Sie in der Case Study. So viel sei verraten: Es war nicht die Dokumentation.

Was im Audit geprüft wird

Die Case Study gibt auch Einblick in den Ablauf der Prüfung. Vier Bereiche stehen im Fokus: Dokumente wie Strategie, Nachhaltigkeitsleitbild und Aktionsplan; Prozesse, also die Frage, wie Nachhaltigkeitsziele im Alltag verankert sind und wer Verantwortung trägt; Daten, deren Plausibilität und Nachvollziehbarkeit; und Menschen, denn zu jedem Audit gehören Interviews mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen, nicht nur mit der Geschäftsführung. „Ein Audit-Tag ist intensiv, strukturiert, professionell – und gleichzeitig irgendwie aufregend.“ Ein besonderer Moment kam dabei von ganz unerwarteter Seite, als im Gespräch mit den Auditoren „shiny stars“ unter den Mitarbeitenden sichtbar wurden.

Lohnt sich der Aufwand?

Die Antwort in der Case Study: „Ja – aber nicht, wenn Sie schnelle Erfolge suchen.“ We Impact braucht Zeit, Ressourcen und die Bereitschaft, sich zu verändern. Der Wert liegt im Prozess: im tieferen Verständnis der eigenen Wirkung, in der gestärkten internen Kultur, in fundierteren Entscheidungen. Die Case Study benennt auch, was das Siegel noch nicht leistet: Außerhalb informierter Kreise ist es bislang wenig bekannt. Bekanntheit wächst. Substanz steht.

Die vollständige Case Study mit allen Antworten, den Hürden im Prozess und der Einschätzung, für wen sich We Impact eignet, steht hier als PDF bereit

Link zu HIPP Croatia Case Study (PDF)

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Das Interview führten Michael Vötsch und Daniel Worm im April 2026.

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